Standesamtliche Ereignisse ungarischer Staatsbürger, wie Geburt, Eheschließung, Ehescheidung, Tod - sind in Ungarn erneut standesamtlich zu beurkunden. Zuständig für die Beurkundung ausländischer standesamtlicher Ereignisse ist in Budapest die Behörde Budapest Főváros Kormányhivatala. Auch internationale standesamtliche Urkunden müssen erneut in Ungarn eingetragen werden. Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass zur Beurkundung ein Originalexemplar der ausländischen Urkunde eingereicht werden muss, das dauerhaft bei der Behörde verbleibt. In Ausnahmefällen kann auf Antrag kostenpflichtig eine beglaubigte Kopie vom Original erstellt werden, damit die vorgelegte Urkunde wieder ausgehändigt werden kann.

(Wenn Sie Informationen über der Beschaffung von Standesamtlichen Urkunden aus Ungarn suchen, klicken Sie hier hin.)

Erreichbarkeit der zuständigen Behörde in Fällen standesamtlicher Beurkundung ausländischer Ereignisse:

Budapest Főváros Kormányhivatal
Állampolgársági és Anyakönyvezési Főosztály
Hazai Anyakönyvi Osztály
1056 Budapest, Váci utca 62-64.
e-mail: hazaianyakonyv@bfkh.gov.hu

 

A) Beurkundung einer Geburt 

Der Antrag kann ausschließlich persönlich gestellt werden.

Folgende Dokumente werden benötigt, wenn das Kind in der Ehe geboren ist:

  • die von der ausländischen Behörde ausgestellte Geburtsurkunde im Original
  • die vom ungarischen Standesamt ausgestellte Heiratsurkunde der Eltern (wenn die Eheschließung in Ungarn noch nicht registriert ist, kann dies gleichzeitig mit der Geburtsregistrierung beantragt werden)
  • ein zur Identifikation der Person und der Staatsangehörigkeit geeignetes Dokument beider Elternteile und deren Geburtsurkunden
  • ungarische Identifikationskarte mit Meldeadresse (lakcímkártya)
  • 1 biometrisches Passbild des Kindes, wenn gleichzeitig ein Reisepass beantragt werden soll

Bei außerehelich geborenen Kindern kann die deutsche Vaterschaftsanerkennung beigebracht werden. Hat der Vater das Kind vor der ausländischen Behörde noch nicht anerkannt, können die Eltern eine entsprechende Erklärung im Konsulat abgeben. Gibt es keine Vaterschaftsanerkennung, so reicht die Anwesenheit der Mutter aus (in diesem Fall wird in der ungarischen Geburtsurkunde des Kindes – wie im ausländischen Dokument – kein Vater eingetragen).

Das Verfahren dauert nach Abgabe des vollständigen Antrags ca. 3-4 Monate.

 

B) Beurkundung einer im Ausland geschlossenen Ehe

Der Antrag kann ausschließlich persönlich gestellt werden.

Folgende Dokumente werden benötigt:

  • die deutsche Heiratsurkunde im Original
  • die Geburtsurkunden der Ehepartner in Kopie
  • gültiger Reisepass/Personalausweis beider Ehepartner
  • ungarische Identifikationskarte mit Meldeadresse (lakcímkártya)
  • die Scheidungsurkunde im Fall einer früheren Ehe (rechtskräftiges Gerichtsurteil mit ungarischer Übersetzung oder ein Auszug aus dem Eheregister mit einem entsprechenden Vermerk oder eine Sterbeurkunde des früheren Ehepartners)

Wurde die im Ausland erfolgte Scheidung des ungarischen Ehepartners in Ungarn noch nicht beurkundet, muss die Scheidung vor der Beurkundung der Ehe standesamtlich eingetragen werden. Beide Anträge können zusammen eingereicht werden.

Das Verfahren dauert nach Abgabe des vollständigen Antrags ca. 3-4 Monate.

 

C) Beurkundung einer ausländischen Scheidung

Der Antrag kann ausschließlich persönlich gestellt werden.

Folgende Dokumente werden benötigt:

  • die ungarische Heiratsurkunde über die Eheschließung (eine Kopie reicht aus)
  • das rechtskräftige Scheidungsurteil des deutschen Familiengerichts im Original
  • bei Eintritt der Rechtskraft nach dem 01.05.2004 ist außerdem die Bescheinigung des Gerichts gemäß Artikel 39 (Brüssel II. Abkommen) über die Entscheidungen in Ehesachen einzureichen
  • die Geburtsurkunde des Antragstellers (eine Kopie reicht aus)
  • Nachweis der ungarischen Staatsangehörigkeit (durch einen gültigen Reisepass oder Personalausweis oder einen nicht länger als seit einem Jahr abgelaufenen Reisepass, eine Einbürgerungsurkunde oder eine in den letzten drei Jahren ausgestellte Staatsbürgerschaftsbescheinigung)
  • ungarische Identifikationskarte mit Meldeadresse (lakcímkártya)

Ist die ausländische Eheschließung des ungarischen Ehepartners in Ungarn noch nicht beurkundet, so muss vor der Beurkundung der Scheidung die Eheschließung standesamtlich eingetragen werden. Die beiden Anträge können zusammen eingereicht werden, die Bearbeitungszeit verlängert sich dadurch.

Das Verfahren dauert nach Abgabe des vollständigen Antrags ca. 4-6 Monate.

(Hinweis: Namensänderung in Zusammenhang mit einer Scheidung siehe auch unter „Änderung des Ehenamens“.)

 

D) Beurkundung eines Todesfalles im Ausland

Der Antrag kann auch auf dem Postweg eingereicht werden.

Folgende Dokumente werden benötigt:

  • die deutsche Sterbeurkunde bzw. ein Auszug aus dem Sterberegister im Original
  • die Geburtsurkunde des Verstorbenen in Kopie
  • der Nachweis der ungarischen Staatsangehörigkeit des Verstorbenen (ein gültiger oder nicht länger als seit einem Jahr abgelaufener Reisepass, gültiger Personalausweis, eine Einbürgerungsurkunde oder eine in den letzten drei Jahren ausgestellte Staatsbürgerschaftsbescheinigung)
  • Nachweis des Familienstandes des Verstorbenen (Heiratsurkunde, rechtskräftiges Scheidungsurteil, Sterbeurkunde des Ehepartners des Verstorbenen) in Kopie.

Das Verfahren dauert nach Abgabe des vollständigen Antrags ca. 3-4 Monate. 


 

Beschaffung von standesamtlichen Urkunden aus Ungarn