Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ungarn und Deutschland sind außerordentlich intensiv und entwickeln sich dynamisch. Deutschland ist Ungarns wichtigster Handelspartner, gute Beziehungen sind deshalb von strategischer Bedeutung.

Wirtschaftsindikatoren

2016 war ein Rekordjahr im wechselseitigen Warenverkehr: Angaben des Bundesamtes für Statistik zufolge exportierte Ungarn Waren im Wert von 25 Milliarden Euro nach Deutschland und importierte im Gegenzug Waren im Wert von 23 Milliarden.

Mit einem Marktanteil zwischen 25 und 27 % ist Deutschland traditionell eines der wichtigsten Exportziele Ungarns. Zählte man einzelne Bundesländer als eigenständige Länder, wären Bayern und Baden-Württemberg allein schon die wichtigsten Zielmärkte für den ungarischen Export.

Die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer (DUIHK) analysiert regelmäßig die Entwicklung unserer bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und erstellt in regelmäßigen Abständen einen Konjunkturbericht. Sie finden ihn und weitere Veröffentlichungen auf der Webseite der DUIHK.

Schwergewicht Maschinen- und Transportanlagenbau

Maschinen und Transportanlagen  machen den größten Teil des Warenverkehrs aus, ihr Anteil liegt 10-12 Prozentpunkte über dem Gesamtwert der Ein- und Ausfuhren beider Länder. Den Löwenanteil (mit mehr als 4/5) produzieren ungarische Tochterunternehmen ausländischer, in erster Linie deutscher Unternehmen.

Ungarns Regierung ist viel daran gelegen, Ungarns Standortvorteile zu erhalten und zu optimieren; gleichzeitig will sie kleinen und mittelständischen ungarischen Unternehmen die Positionierung auf dem Zuliefermarkt erleichtern.

Strategische Partner: Deutsche Unternehmen in Ungarn

Strategische Partnerschaftsabkommen stärken die Zulieferer, motivieren die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit und halten die Fachausbildung nah am tatsächlichen Bedarf. Ungarns Regierung hat in den vergangenen fünf Jahren mit verschiedenen deutschen Investoren und Tochterunternehmen deutscher Unternehmen solche Abkommen geschlossen:

Daimler AG 2012
AUDI 2013
Continental AG 2013
Siemens AG    2013
Bosch Csoport   2013
Knorr-Bremse 2014
ZF Hungária 2014
FESTO 2014
Deutsche Telekom AG 2014
IT Services Hungary Szolgáltató Kft. 2015
Henkel Magyarország Kft. 2016
Thyssenkrupp Presta Hungary Kft. 2016

Die gegenwärtig zwölf strategischen Partner beschäftigten im Herbst 2016 51.000 Mitarbeiter, 13.000 mehr als bei Unterzeichnung der Abkommen. Das Investitionsvolumen liegt bei mehr als 16 Mrd EUR (HUF 5.000 Milliarden), etwa 2,5 Mrd EUR (HUF 776 Mrd) wurden seit der Unterzeichnung der Partnerschaftsabkommen in Ungarn investiert.

Deutschland nimmt bei den Direktinvestitionen in Ungarn den Spitzenplatz ein: Angaben der Ungarischen Notenbank zufolge erreichten die FDI Ende 2014 21,4 Mrd EUR, 26,3 % des gesamten FDI-Bestandes. Ebenfalls für 2014 bestätigte Ungarns Amt für Statistik 3.246 deutsche Unternehmen mit 186.800 Beschäftigten. Interessenvertreter für 900 ungarische und deutsche Unternehmen ist die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer (DUIHK) in Budapest.

Gemischte Kommissionen

Eine wichtige Rolle für die Förderung der Wirtschaftsbeziehungen spielen die Gemischten Kommissionen, die von Mitgliedern der ungarischen Regierung und der jeweiligen Landesregierung koordiniert werden. Erfolgreich arbeiten die Gemischten Kommissionen mit Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.


Lesen Sie auch

Wirtschaftsförderung und Wirtschaftsdiplomatie

unsere Wirtschaftsdiplomaten